Der längste Hospizbegleiterkurs ist beendet

Vier Frauen und ein Mann vom Raphael Hospiz Verein Günzburg hatten zusammen mit acht Frauen und einem Mann vom Ökumenischen Hildegard Hospiz Verein Nersingen –Elchingen die Hospizbegleiterausbildung in Günzburg begonnen. Im Oktober 2019 haben sie sich auf den außergewöhnlich langen Weg gemacht, denn die Aussendungsfeier war eigentlich für den Sommer 2020 geplant gewesen. Die Ausbildung erfüllte natürlich die Vorgaben des Deutschen Hospiz-und PalliativVerbands und lag in den Händen der Dipl.-Theologin, Trauerbegleiterin, Palliativ-Care-und Hospizfachkraft Gudrun Theurer sowie den beiden Koordinatorinnen des Raphael Hospiz Vereins Günzburg Monika Weber und Hanni Knötzinger und der Koordinatorin aus Nersingen Marion Deml. Dann machte die Pandemie die regelmäßigen Treffen der Auszubildenden zunichte. Der Kurs ruhte sogar zeitweilig, konnte nun aber endlich als Online-Kurs beendet werden.

In der evangelischen Auferstehungskirche in Günzburg fand nun mit dem Hausherrn Pfarrer Frank Bienk, Kaplan Norbert Rampp, Gudrun Theurer und den Koordinatorinnen Hanni Knötzinger und Marion Deml – Monika Weber konnte zum größten Bedauern aller nicht teilnehmen – eine würdige und Mut machende Aussendungsfeier unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen statt.

„Ein sehr langer Weg, der allen viel Geduld abverlangt hatte, liegt nun hinter uns, gemeinsam haben wir die Wegstrecke gemeistert. Etwas Neues beginnt nun, wie es schon im Hospizbegleiterkurs thematisiert worden war“ begann Gudrun Theurer ihre Ansprache. „Manch eine/r fragte sich schon zu Beginn der Ausbildung, ob das zu schaffen sei, ob man das könne, fragt sich das vielleicht auch jetzt. Im längsten Kurs, der je stattgefunden hat, haben die TeilnehmerInnen gelernt, sich aufeinander und auf sich selbst einzulassen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.“

Pfarrer Bienk bedauerte die Einschränkungen, die zurzeit noch eine gewisse Distanz vorschreiben. „Hospizarbeit, die Begleitung sterbenskranker Menschen, verzweifelter Angehöriger lebt von der Nähe zum Gegenüber, schließt körperliche Nähe mit ein; wie gut kann eine Umarmung, eine auf die Schulter gelegte Hand tun, all das ist momentan sehr schwierig.“

Zuversicht vermittelte Kaplan Rampp, der die Worte des Propheten Jesaja, der das Versprechen Gottes verkündet hatte, auslegte: „Denkt nicht an das Vergangene, ich geleite euch durch die Wüste. Siehe, ich mache etwas Neues.“

Was wäre eine Feierstunde ohne Musik? Das gemeinsame Singen war ja nicht erlaubt! Als absoluter Glücksfall erwies sich Christine Lerch, die mit ihrer wundervollen Stimme, sich am Klavier begleitend, den musikalischen Part eindrucksvoll und würdig übernommen hatte. Als Höhepunkt der Aussendungsfeier wurde jede/r Teilnehmer/in mit einem persönlichen Segensspruch gesegnet und zu künftigen Hospizbegleitungen ausgesandt.

Die neuen HospizbegleiterInnen sind nun einsatzbereit.

Von links: vorne Ulrike Riedinger mit Tochter, dahinter Gudrun Theurer (Ausbilderin), Monika Schmid, Elke Bauer, Isabell Gamperling, Marion Almoslöchner, Marion Deml (Koordinatorin Nersingen), Maria Goss, Christine Schmid, Ute Reiber, Sabine Hankl, Hanni Knötzinger (Koordinatorin Günzburg), Gonda Gubo, Robert Reiter, Sigrid Haug, Bernd-Uwe Hartlich, Saduman Öksüz, Monika Weber (leitende Koordinatorin Günzburg) fehlt.