Ohne Ehrenamtliche keine Hospizarbeit
Bericht in der Günzburger Zeitung vom Freitag, 14. Mai 2010:
Günzburg „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung für die Zukunft geben fürs Leben die rechte Haltung.“ Mit diesem Satz von Dietrich Bonhoeffer eröffnete der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Wolfgang Schreml die Mitgliederversammlung des Raphael Hospiz Vereins (RHV).
Wie ein roter Faden
Wie ein roter Faden zog sich einerseits die Bedeutung der Ehrenamtlichkeit in der Hospizarbeit, andererseits „ein Paket von Dankesschuld“, geschnürt und abgetragen vom Vorsitzenden, durch den Abend. Die Musiker Katharina Schnell (Gesang und Geige) und Thomas Klotz am Klavier zauberten mit Melodien von George Gershwin, dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms und dem Czardas von Monti Leichtigkeit und Lebensfreude in das sonst so ernste Thema.
„Ohne die ehrenamtlichen Hospizbegleiter und -begleiterinnen wäre die Arbeit im Verein nicht aufrechtzuerhalten“, betonte Schreml. So versteht der gesamte Vorstand seine Tätigkeit ebenfalls als Ehrenamt, wie auch Schreml unentgeltlich als palliativmedizinischer Konsiliararzt im Einsatz ist. Eine hauptamtliche Stelle der Koordinatorin wird von den Krankenkassen gefördert, eine Koordinationsfachkraft und eine Palliativschwester, beide in Teilzeit, werden aus Eigenmitteln, das heißt aus Spenden finanziert. Auch die Hauptamtlichen bringen im Sinne der Hospizidee ehrenamtliche Zeiten ein, indem sie sich auch außerhalb der Dienstaufgaben für die Hospizarbeit einsetzen.
Zur Mitgliederversammlung gehört auch der Bericht der – ebenfalls ehrenamtlich tätigen – Trauerbegleiterinnen Anna-Elisabeth Barth, Barbara Hauser und Margret Färber, die für ihr Engagement mit Blumensträußen bedacht wurden.
Der Dank des Vorsitzenden galt nicht nur allen Hospizbegleitern- und Begleiterinnen, denen schon die Koordinationsfachkraft Michaela Adlassnig ihre Hochachtung ausgesprochen hatte. Mit herzlichen Worten wurden die Trauerbegleiterin Margret Färber und die bisherige Koordinatorin Susanne Erteld verabschiedet. Erteld stand dem Verein von Anbeginn an zur Verfügung. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehörten Einsatz und Betreuung der Hospizbegleiter. Sie war an der Ausbildung neuer Ehrenamtlicher beteiligt und hat den Kontakt zu Alten- und Pflegeheimen auf- und ausgebaut. Im Juli wird eine neue Koordinatorin die Arbeit aufnehmen.
Das Thema „Ehrenamt“ fand seine Fortsetzung in dem lebendigen und informativen Reisebericht von Heidrun Abel: „Begegnungen im Land Mutter Teresas“. Hier erschloss sich den Zuhörern die Situation in dem von Mutter Teresa gegründeten Sterbehaus im Zentrum Kalkuttas. Direkt daneben liegt die Don-Bosco-Schule, in der 700 Slumkinder unterrichtet und liebevoll betreut werden und so eine Zukunftsperspektive erhalten.
Auf Spenden angewiesen
Sowohl die Arbeit im Sterbehaus als auch die in der benachbarten Schule ist ohne die vielen Freiwilligen nicht möglich. Auch sie sind, ebenso wie der Raphael Hospizverein, auf Spenden angewiesen. In diesem Sinne appellierte Schatzmeister W. Pichler an die Freunde und Förderer des RHV: „Bitte lassen Sie in Ihrer Spendenbereitschaft nicht nach, damit wir weiter unseren Dienst an Schwerkranken, Sterbenden und Trauernden leisten können.“
